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Harald Reinl, Künstlername Harald Reinl

  *09.07.1908 in Bad Ischl, Österreich, gestorben am 09.10.1986

Beruf: Künstler - Regisseur

Harald Reinl - Märchenerzähler in CinemaScope
Vorbemerkung: Vor allem war es, der den literarischen Figuren des Winnetou und Old Shatterhand Gestalt gab! Der Erfolg seiner Karl May Filme zeigt, dass man Karl May gelesen haben sollte, wenn man ihn verfilmen möchte:
"Ich habe nie einen unmoralischen Film gedreht, ich wollte immer etwas Positives hineingeben, etwas was dem Zuschauer und seinen Empfindungen entspricht. Kein Mord, Grausamkeit, Sex und diese ganze Scheisse da. Meine Filme waren Filme in denen das Gute, ich möchte nicht sagen siegt, aber doch am Ende immer bestehen bleibt!"

"Wir machten den ersten Western in Europa. Keiner hat ihm das gezeigt aber der Harald Reinl bewegte sich so, als wenn er in diesem Metie geboren sei! Er kannte die May Bücher von A-Z!"
Horst Wendlandt- Produzent

Die Filmkritik nahm kaum Notiz von dem Mann, der sich nach dem Krieg zum erfolgreichsten deutschen Filmregisseur entwickeln sollte. Am 9. Juli 1908 wird Reinl in Bad Ischl geboren und studiert in Insbruck Jura. Er ist begeisterter Sportler, vor allem dem Skisport geht er mit großem Erfolg nach, so erfolgreich, dass er sogar in die österreichische Nationalmannschaft aufgenommen wird. Hier hat der Tiroler erstmals Berührung mit dem Medium Film, als er als junger Student die Möglichkeit bekommt, in Skifilmen als Doubble mitzuwirken. Während eines Rennens wird er von Bergfilm Regisseur Arnold Fanck entdeckt. Er lernt auf diesem Wege die Schauspielerin und Regisseurin Leni Riefenstahl kennen, an deren Film Tiefland er zwischen 1940 und 1944 mitarbeitet. Er wird als unabkömmlich eingestuft und kommt so am Wehrmachtsdienst vorbei. Wie so viele andere hat Reinl nach Kriegsende eine schwere Zeit durchzumachen. Er hält sich mit der Fertigung von Hausschuhen über Wasser. Als es beginnt wieder aufwärts zu gehen und er dreht seinen ersten eigenen Kurzfilm "Zehn Jahre später" der sich mit dem Problem der Kriegsversehrten auseinander setzte. Diese erste selbstständige Arbeit wir auf der Biennale in Venedig preisgekrönt. Nach weiteren Kurzfilmen entsteht 1948 sein erster Spielfilm "Bergkristall", dem weitere Arbeiten folgen. In den fünfziger Jahren rollt die Heimatfilmwelle über Deutschland hinweg und er erhält zahlreiche Aufträge, solche Art Filme in Szene zu setzen. Da er in der Bergwelt heimisch war, weiß er nur zu gut, wo man die schönsten Landschaftsaufnahmen einfangen kann.


"Unsere Schauspieler konnten sich vor der Kamera nicht schlagen. Ich hab dem Pierre Brice meistens auch alles zeigen müssen!"

1954 heiratet er 47-jährig die damals 18-jährige Schauspielerin Karin Dor, die er während der Dreharbeiten zu dem Film "Rosen-Resli" kennenlernt. 1955 wird der gemeinsame Sohn Andreas geboren. Als die Heimatfilmwelle langsam zu Ende geht dreht er Kriegsfilme wie "Die grünen Teufel von Monte Cassino" oder "U 47 - Kapitänleutnant Prien". Danach kommt mit den Edgar Wallace Streifen ein neues Genre auf den Regisseur zu. Der Kriminalfilm feiert seine Geburtsstunde im deutschen Film. Aber dann kommen die Filme, die ihn für immer unsterblich machen werden. Er übernimmt die Regie beim ersten deutschen Western "Der Schatz im Silbersee" und in den folgenden wichtigsten, der Winnetou Trilogie und drückt der Serie damit einen unverwechselbaren Stempel auf. Nämlich die Helden in einer wundervollen und gewaltigen Naturdarstellung agieren zu lassen.

Im Jahre 1968 läßt er sich von der Dor scheiden. Seine Frau bekommt das Haus in München und er selbst zieht in den Besitz auf Teneriffa, auf den sich beide einmal im Alter zurückziehen wollten. Der Sohn Andreas bleibt bei der Mutter in München.

Reinls Stärke ist, dass er sich auch in besonders schweren Lebenslagen behaupten kann und sich zu helfen wußte, berichtet Filmproduzent Theo Maria Werner, der mit ihm 1971 den letzten Komissar X-Film produzierte. Es geschieht während der Außenaufnahmen in Afghanistan. Man dreht dort im zerklüfteten Gebirge. Das verhältnismäßig kleine Drehteam bereitete gerade eine neue Einstellung vor, als es unerwartet von einer fremden Reiterschar eingekreist wird. Es handelt sich dabei um einen der vielen dort noch frei lebenden Stämme mit ihren eigenen Gesetzen. Die Situation sieht bedrohlich aus doch Reinl reagiert blitzschnell. Er nimmt seine Uhr vom Handgelenk und überreicht sie dem Anführer der ungebetenen Gäste. Dieser ist sichtlich beeindruckt von dem Geschenk und gibt dem Regisseur im Gegenzug sein Gewehr. Man respektiert sich gegenseitig und die Reiter ziehen kurze Zeit später wieder ab.

Ende der siebziger Jahre sind Filme wie Reinl sie drehte nicht mehr gefragt. Im Jahre 1979 führt er er für "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand" die Action Regie in Jugoslawien und sprint 1982 kurzfristig für die Regiearbeit zu dem Film "Im Dschungel ist der Teufel los" ein. Sein letzter Film.

"Ich bin einsam - das könnt ihr mir glauben!" Reinl 1985 auf Teneriffa ein Jahr vor seinem Tod.

Für Harald Reinl ist es wichtig, Jugendträume in Bilder umzusetzen. Für ihn ist eine positive Aussage das Kernelement der Handlung. Entweder zeigt er die heile Welt oder den krassen Gegensatz von Gut und Böse, in dem sich das Gute bewähren muß und die angewandte Gewalt durch das Gute von dem vorhandenen Bösen legitimiert wird. Er will, dass man sich mit seinen Helden identifiziert: "Ich will keine Probleme wälzen und keine Konflikte zeigen. Für mich ist wichtig, dass Schönheitswerte im Vordergrund stehen."

Er war für das Publikum der Zeit der fünfziger und sechziger Jahre gerade zu wie geschaffen, mit dieser Einstellung. Nach dem Krieg hatte man im Alltagsleben genug Probleme, die deutschen wollten entspannen, wenn sie ins Kino gingen. In der Heimatfilmwelle hatte Reinl seine Bewährungsprobe bestanden. Nun hatte das Publikum genug und sehnte sich nach Abenteuer in fremden Ländern. Reinl hatte in seiner Jugend viel Karl May gelesen und war von seinen Büchern fasziniert. Nun bekam er die Möglichkeit diese Faszination und seine Jugendliebe in Bilder umzusetzen. Und er verstand es auf wunderbare Weise die Handlung mit tollen Naturaufnahmen zu kombinieren.

Die Helden sind ein wesentlicher Bestandteil in den Filmen Reinls: Schön, gut, tapfer, mutig und der Liebe entsagend: Old Shatterhand alias Lex Barker

"Ich brauche harte Männer in meinen Filmen, oder zumindest solche, die so erscheinen. Lex Barker entsprach diesem Bild. Wer träumt nicht davon, die Geliebte vor Gefahren zu retten oder auf Seiten der Gerechtigkeit mit seinen stahlharten Fäusten aufzuräumen. Das ist ja gar nicht böse gemeint, das sind Träume. Ich möchte die Leute ablenken von ihren Problemen und ihnen keinen Negativfilm vorsetzen." Old Shatterhand wird der Traum eines Publikums, dessen Alltag von Abhängigkeiten und Enge geprägt ist. Reinl glaubte an seine Stoffe und die Menschen sollten sich mit seinen Helden identifizieren.

"In den amerikanischen Western waren Begriffe wie Treue und Freundschaft wichtig, in meinen Filmen allerdings waren sie besonders ausgeprägt. Die beiden lieben sich und sind Blutsbrüder, das ist doch herrlich und wunderschön, das Böse wird bestraft und so weiter... Meine Aufgabe ist, die Sehnsüchte und die Romantik der Jugend zu erfüllen. Niemand hat mir gezeigt, wie Western gemacht werden, ich musste mir alles selbst beibringen."

Reinls Spezialgebiet: Abenteuer, Romantik und Gefühl. Bei Winnetou konnte er sich
austoben

Reinl dreht Kriegsfilme so, wie er Western dreht. Er macht keine Unterschiede. Der Genre Film kennt auch keine Unterschiede. 1977 bekommt Reinl zum letzten Mal Berührung mit Karl May, als er in Elspe bei den Festspielen für die Regie des Stückes "Der Schatz im Silbersee" mit Pierre Brice engagiert wird. Reinl führt dort den filmischen Inszenierungsstil ein, indem er viele kurze Szenen aneinanderreihte. Die Premiere erlebt er allerdings nicht mehr mit, da er sich wegen Meinungsverschiedenheiten mit den Verantwortlichen trennt.

Das Diemma Reinls war, dass er selbst zu wenig Einfluß auf die Drehbuchauswahl nehmen konnte und das er selbst nie sein eigener Produzent war. Er versuchte immer, aus dem vorgegebenen Material die Ungereimtheiten zu tilgen, um so daraus das Bestmögliche zu machen. Doch dabei standen ihm meist keine Stoffe zur Verfügung, in denen klar und schilernd gezeichnete Charaktere auf außergewöhnliche Situationen treffen. 1982 dreht Reinl seinen letzten Film "Im Urwald ist der Teufel los". Eine Abenteuer- und Urwaldklamotte. Es ist seine 60. Produktion als Regisseur. Von seinem, in den fünfziger und sechziger Jahren reichlich verdienten Geld ist nichts mehr übrig geblieben. Auf Teneriffa wohnt er nicht etwa in einer luxeriösen Villa - es war das Ferienhaus seines Bruders. Verheiratet ist er mit einer tschechischen Schauspielerin, die unter Depressionen leidet. Reinl wird am 9. Oktober 1986 im Alter von 78 Jahren in Puerto de la Cruz hinterrücks von seiner Frau Daniella mit einem Brotmesser (20 cm Klinge) ermordet. Sie wurde 1988 zu 20 Jahren Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik auf Gran Canaria verurteilt.

Reinl heiratet Schauspielerin Karin Dor 1955 (oben). Ein Jahr später wird der gemeinsame Sohn Andreas geboren. 1968 lässt sich das ungleiche Paar wieder scheiden.
DER SCHWEIGENDE ENGEL hieß Karin Dors erstes Engagement als Schauspielerin, mit Produzentin v. d. Osten-Sacken. Den Satz, sagte Karin Dor noch als Statistin im selben Jahr 1954, in dem Film ROSEN-RESLI. Regie führte bei beiden Filmen Harald Reinl, welcher Karin Dors Karriere und Leben schon bald umfassend prägen sollte. Schon ein Jahr darauf heirateten beide. Harald Reinl war trotz der 29 Jahre Alterunterschied nicht nur als Regisseur, sondern auch in seinen Entschlüssen sehr schnell: "Das war ja das irrsinnig Komische. Er hat mich dann eingeladen den Rhein runter zu fahren, tagsüber so einen Ausflug, Sonntags. Und da hat er mir einen Heiratsantrag gemacht, da waren wir noch per Sie! Dann haben wir Bruderschaft getrunken, ohne Kuss! Das war also alles sehr merkwürdig und sehr aufregend. Aber es war die große Liebe! Es waren zehn wunderschöne Jahre!"

Ralf Wolter: "Der Harald Reinl war ein ganz knallharter Obertiroler. Er war fast an der Grenze des Brutalen. Er war vor allem ein Fanatiker. Er liebte Karl May über alles. Den Nerv den hatte er für die schönen Landschaften"

Fred Williams: ""Die Nibelungen." Ja der Harald Reinl war leider Gottes ein Tyrann, ein fürchterlicher Mensch. Der ist ja auf Teneriffa von seiner Frau erstochen worden. Der hat mich dermaßen schlecht behandelt während der Drehzeit, das gelang ihm aber nicht so recht, weil ich damals schon Rückrat hatte. Ich kann mich noch gut erinnern als ich mein neues Kostüm anhatte, war dort eine Lache, und Reinl sagte zu mir:" wälz dich doch darin, das tust du doch so gerne." Nur weil die Karin Dor - die hinter dem Terence Hill her war, was ihn sehr frustriert hat - sich von mir ein Buch ausgeliehen hatte, "Im Wendekreis des Krebses". Das hat er bei ihr auf dem Nachtschränkchen gesehen, und meinte:" wo hast du denn den Dreck her!" Und dann kam er eines Tages um die Ecke geschlichen, hier in der Herzogstr., und sagte:" Bub i kon dir nit die Hond gem, schau mool her." Da hatte er eine völlig verkrüppelte rechte Hand gehabt. Ich fragte ihn wie er das gemacht habe, er antwortete :"Ja weist du, ich hab auf Teneriffa 24 Apartments gerettet weil das heiße Wasser ausgetreten ist, ich hab versucht die Hauptleitung zu schließen."

Als wichtigstes Projekt seiner Karriere empfand Reinl die Neuverfilmung des Fritz Lang-Klassikers "Die Nibelungen" (1966) Reinl zwanzig Jahre später: "In den Nibelungen spielt die Natur eine wichtige Rolle.Man muß sie fühlen. Sie mußte stilisiert sein, dass heißt sie mußte auf einen einfachen Nenner gebracht die Größe der Natur zeigen und die Anziehungskraft ausstrahlen, die die Natur einfach hat."


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Das team@biografie.de empfiehlt Ihnen die hervorragend gestaltete Homepage von Thomas Müller, die sich ausführlich den Filmstars in Karl May Filmen und Ihren Werken widmet. Das Bildmaterial und die Illustrationen sprechen für sich und den Autor!

Autor: Thomas Müller

Email des Autors: Thomas.Mhad@t-online.de

Homepage des Autors: http://home.t-online.de/home/thomas.mhad/homepage.htm



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