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*10.02.1898 in Augsburg, Deutschland, gestorben am 14.08.1956
Beruf: Künstler - Schriftsteller
Bertholt Brecht gilt längst als moderner Klassiker.
Der am 10. Februar 1898 in Augsburg als Sohn eines Fabrikdirektors geborene Eugen Bertholt Friedrich Brecht feierte 1928 mit seiner "Dreigroschenoper", zu der Kurt Weill die Musik schrieb, den größten Theatererfolg der Weimarer Republik. Das Stück stellt die erste konsequente Durchführung seiner Theorie vom "epischen Theater" dar, das die Zuschauer im Sinne der marxistischen Lehre von der Veränderbarkeit der Welt überzeugen will. Es verzichtet auf dramatische Zuspitzungen und klassische theatralische Effekte zugunsten einer "Verfremdung" der Handlung durch Kommentare, Songs, Spruchbänder und Textprojektionen. Seine publikumsgerichtete Wirkungsästhetik nennt Brecht auch "antiaristotelisch".
Schriftsteller war Bertholt Brecht nicht von Anfang an. Zunächst studierte er Naturwissenschaften und Medizin. Er fühlte sich jedoch zum Theater hingezogen und begann als Dramaturg der Münchner Kammerspiele. Von 1924 - 1926 war er in Berlin Dramaturg bei Max Reinhardt. Er schrieb Kurzgeschichten, Gedichte und entwarf Stücke.
Das umfangreiche dramatische Werk Brechts läßt sich grob in drei Schaffensperioden gliedern: Die expressionistisch-anarchistische Frühphase mit Stücken wie "Baal", "Trommeln in der Nacht", "Im Dickicht der Städte" mündet in die Phase der politischen Lehrstücke wie "Die Maßnahme", "Die Heilige Johanna der Schlachthöfe", "Der Jasager und der Neinsager". "Die Mutter" belegt auch am deutlichsten Brechts Lehrabsicht: Eine unpolitische Arbeiterfrau wandelt sich unter dem Eindruck der sozialen und politischen Kämpfe zur bewußten Kommunistin. In seiner letzten, fruchtbarsten Schaffensperiode während der Emigration (er floh 1933 über zahlreiche Zwischenstationen in die USA) und in der Nachkriegszeit entstanden die vielgespielten Meisterwerke "Leben des Galilei", "Mutter Courage", "Der gute Mensch von Sezuan", "Herr Puntila und sein Knecht Matti".
1949 konnte Brecht mit der Gründung des "Berliner Ensembles" (zusammen mit seiner Frau, der Schauspielerin Helene Weigel) dem Theaterleben Ostberlins Weltgeltung verschaffen, selbstverständlich in konsequenter Fortführung seiner politischen Kunsttheorie. Im selben Jahr erhielt er den Stalin-Friedenspreis. Brecht starb am 14. August 1956 in Berlin.
Der bedeutendste deutsche Dramatiker und Theatertheoretiker des 20. Jahrhunderts, zugleich ein wichtiger Neuerer in der modernen Lyrik, hat ein gewaltiges Werk hinterlassen, dessen Faszination sich auch politische Gegner des überzeugten Marxisten nicht entziehen zu können. 30 Dramen sind bisher veröffentlicht worden, 150 Prosatexte (ohne Tagebücher und Briefe), 1300 Gedichte, Lieder und Songs, drei Romane sowie zahlreiche Fragmente
Eine kleine Auswahl seiner Werke:
Baal 1920 - erstes grosses Drama
Trommeln der Nacht 1922 Soldat Kragler entzieht sich seiner politischen Aufgabe und geht statt auf die Barrikaden ins Bett. (Brecht erhält dafür den Kleistpreis)
Im Dickicht der Städte 1927 Zeigt auf, wie die Menschen sich verfremden.
Mann ist Mann 1927 Ein Zivilist wird von einer Patrouille mit Platzpatronen erschossen. Als sich der Mann von seinem Schreck erholt hat, machen ihm die Soldaten weis dass er zu ihnen gehöre.
Die Dreigroschenoper (Musik Kurt Weil) 1928
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny 1929
Die heilige Johanna der Schlachthöfe 1932
Mutter Courage und ihre Kinder 1941
Furcht und Elend des dritten Reiches 1941 Berichtet vom Leben der Unterdrückten
Der gute Mensch von Sezuan 1942
Das Leben des Galilei 1943
Herr Puntila und sein Knecht Matti 1948
Der kaukasische Kreidekreis 1949
Die Verurteilung des Lukullus 1951
Das Gesamt-Werk von Bertholt Brecht ist kaum übersehbar
Autor:
team biografie.de
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